﻿{"id":1107,"date":"2017-10-16T11:44:25","date_gmt":"2017-10-16T09:44:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.raile.at\/raile\/?p=1107"},"modified":"2022-08-19T18:36:12","modified_gmt":"2022-08-19T16:36:12","slug":"frauen-sind-sozialer","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.raile.at\/raile\/frauen-sind-sozialer\/","title":{"rendered":"<font color=\"#000000\">&#8222;Frauen sind sozialer&#8220;<\/font>"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.raile.at\/raile\/frauen-sind-sozialer\/\" alt=\"Frauen sind Sozialer\" title=\"Frauen sind Sozialer\"><figure id=\"attachment_1108\" class=\"thumbnail wp-caption alignright\" style=\"width: 270px\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.raile.at\/raile\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Soziale-Ader-bei-Frauenkl.jpg\" alt=\"Soziale Ader bei Frauen\" width=\"260\" height=\"212\" class=\"size-full wp-image-1108\" data-wp-pid=\"1108\" nopin=\"nopin\" \/><\/a><figcaption class=\"caption wp-caption-text\">Soziale Ader bei Frauen<\/figcaption><\/figure>Frauen gelten in der Regel als &#8222;sozialer&#8220; als M\u00e4nner &#8211; dies wurde in vielen Studien untersucht und belegt. Dabei gilt, dass Frauen eher und mehr teilen w\u00fcrden oder etwas f\u00fcr andere Menschen tun w\u00fcrden, als M\u00e4nner. Unklar war allerdings lange Zeit wie es zu den geschlechtsspezifischen Unterschieden kam und &#8211; bei jeder neuen Person &#8211; immer wieder kommt. Eine Forschergruppe hat nun die Auswirkungen des Dopamins auf das Gegensatzpaar Altruismus\/Egoismus getestet und bei verschiedenen Personen die Dopaminzufuhr reduziert. Das Ergebnis war \u00fcberraschend: Frauen sind nicht nur egoistischer geworden, sondern M\u00e4nner gleichzeitig sozialer (Soutschek et al., 2017).<\/p>\n<p>Es geht hier selbstverst\u00e4ndlich um statistische Mittelwerte, die nichts \u00fcber den Grad des Egoismus oder Altruismus bei einzelnen Personen &#8211; egal ob Mann oder Frau &#8211; aussagen.<\/p>\n<p>Die Frage ist nun: Weshalb ist das so?<!--more--><\/p>\n<p>Es gibt Theorien, nach denen das zweite X-Chromosom ma\u00dfgeblich daf\u00fcr verantwortlich ist. Dies beruht auf einer Untersuchung von Frauen mit dem sogenannten Turner-Syndrom, also Frauen, denen das zweite X-Chromosom fehlt. Diesen falle es schwerer die Mimik des Gegen\u00fcbers zu lesen (Lawrence et al, 2003). Eine weitere Theorie besagt, dass dieses Ph\u00e4nomen mit der Durchblutung des Gehirns zu tun hat, die sich in der Pubert\u00e4t ver\u00e4ndert. Zum Beginn der Pubert\u00e4t verringert sich die Durchblutung bei beiden Geschlechtern, gegen Ende der Pubert\u00e4t steigt die Durchblutung des Gehirns bei Frauen wieder leicht an, w\u00e4hrend sie bei M\u00e4nnern weiter absinkt (Satterthwaite et al., 2014).<\/p>\n<p>Doch trotz aller biologischer und gentischer Faktoren wird oft davor gewarnt vorschnelle Schl\u00fcsse zu ziehen und die Biologie f\u00fcr diese statistische H\u00e4ufung verantwortlich zu machen. Eine andere Studie verglich M\u00e4nner und Frauen beim Bew\u00e4ltigen verschiedener Aufgaben. Davor wurde ihnen wahlweise mitgeteilt, dass M\u00e4nner in diesen Aufgaben besser abschneiden oder Frauen dabei besser abschneiden w\u00fcrden. In der Studie haben Frauen, die davor erfuhren, dass Frauen generell schlechter abschneiden w\u00fcrden, tats\u00e4chlich deutlich schlechter abgeschnitten, als in den Gruppen, in denen die Information verbreitet wurde, dass Frauen diese Aufgaben in der Regel besser absolvieren k\u00f6nnen. Der gleiche Effekt war bei den M\u00e4nnern schw\u00e4cher ausgepr\u00e4gt. Interessant ist auch, dass die Hirnareale, die auch f\u00fcr die soziale Wahrnehmung und soziale Interaktion zust\u00e4ndig sind, bei Frauen deutlich fr\u00fcher aktiv waren (Pavlova, 2010 &#038; 2010a).<\/p>\n<p>Eine plausible Theorie ist auch, dass Frauen bereits in der Kindheit f\u00fcr soziale Handlungen eher positiv best\u00e4rkt werden als M\u00e4nner. Auch die Lehrereinsch\u00e4tzung der M\u00e4dchen ist signifikant positiver als bei Buben, beispielsweise bei der F\u00e4higkeit aufmerksam und konzentriert zu sein (Raile, 2012).<\/p>\n<p>Es gibt zahlreiche m\u00f6gliche Erkl\u00e4rungen f\u00fcr die statistische &#8222;sozialere Ader&#8220; bei Frauen. Welche davon zutrifft &#8211; oder vielleicht treffen auch alle davon zu &#8211; wird wohl nicht restlos gekl\u00e4rt werden k\u00f6nnen. Wichtig ist jedoch sich stets im Kopf zu behalten, dass statistische Aussagen hinsichtlich der Gesamtbev\u00f6lkerung eine gewisse Aussagekraft haben, jedoch \u00fcber Sie &#8211; einen einzelnen Menschen &#8211; de facto nichts aussagen k\u00f6nnen. Das gilt selbstverst\u00e4ndlich auch f\u00fcr alle anderen Bereiche, z.B. psychische Erkrankungen.<\/p>\n<p>Quellen:<\/p>\n<p>Lanwrence, K.; Kuntsi, J.; Coleman, M.; Campbell, R. &#038; Skuse, D. (2003). Face and emotion recognition deficits in Turner syndrome: a possible role for X-linked genes in amygdala development. In Neuropsychology, 17, S. 39-49.<\/p>\n<p>Raile, P. (2012). Die Aufmerksamkeit der Volksschulkinder: Lehrerbeobachtung und psychometrische Erfassung im Vergleich. Unver\u00f6ffentlichte Bakkalaureatarbeit an der Sigmund-Freud-PrivatUniversit\u00e4t Wien.<\/p>\n<p>Pavlova, M.; Wecker, M.; Krombholz, K. &#038; Sokolov, A. (2010). Perception of intentions and actions. Gender stereotype susceptibility. In Brain Research, 1311, S. 81-85.<\/p>\n<p>Pavlova, M.; Guerreschi, M.; Lutzenberger, W.; Sokolov, A. &#038; Kr\u00e4geloh-Mann, I. (2010a). Cortical response to social interaction is affected by gender. In NeuroImage, 50, S. 1327-1332.<\/p>\n<p>Satterthwaite, T.; Shinohara, R.; Wolf, D.; Hopson, R.; Elliott, M.; Vandekar, S.; Ruparel, K.; Calkins, M.; Roalf, D.; Gennatas, E.; Jackson, C.; Erus, G.; Prabhakaran, K.; Davatzikos, C.; Detre, J.; Hakonarson, H.; Gur, R. &#038; Gut, R. (2014). Impact of puberty on the evolution of cerebral perfusion during adolescence. In PNAS, 111, S. 8643-8648.<\/p>\n<p>Soutschek, A.; Burke, C.; Beharelle, A.; Schreiber, R.; Weber, S.; Karipidis, I.; Velden, J.; Weber, B.; Haker, H.; Kalenscher, T. &#038; Tobler, P. (2017). The dopaminergic reward system underpins gender differences in social preferences. In Nature Human Behaviour, 2017\/June.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frauen gelten in der Regel als &#8222;sozialer&#8220; als M\u00e4nner &#8211; dies wurde in vielen Studien untersucht und belegt. Dabei gilt, dass Frauen eher und mehr teilen w\u00fcrden oder etwas f\u00fcr andere Menschen tun w\u00fcrden, als M\u00e4nner. 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