﻿{"id":1018,"date":"2017-05-20T17:14:25","date_gmt":"2017-05-20T15:14:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.raile.at\/raile\/?p=1018"},"modified":"2022-08-19T18:36:12","modified_gmt":"2022-08-19T16:36:12","slug":"gluecksspielerin-oder-schon-spielsuechtig","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.raile.at\/raile\/gluecksspielerin-oder-schon-spielsuechtig\/","title":{"rendered":"<font color=\"#000000\">Gl\u00fccksspieler\/in oder schon spiels\u00fcchtig?<\/font>"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.raile.at\/raile\/gluecksspielerin-oder-schon-spielsuechtig\" alt=\"Spielsucht\" title=\"Spielsucht\"><figure class=\"thumbnail wp-caption alignright\" style=\"width: 270px\"><img loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.raile.at\/raile\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Spielsucht.jpg\" alt=\"Spielsucht\" title=\"Spielsucht\" width=\"260\" height=\"212\" \/><figcaption class=\"caption wp-caption-text\">Spielsucht<\/figcaption><\/figure><\/a>Wenn man von Spielsucht schreibt, meint man in der Regel jene Krankheit, die sich hinter dem eher sperrigen Begriff &#8222;pathologisches Spielen&#8220; verbirgt. Damit ist in der Regel jedoch nicht die Sucht nach Mensch-\u00c4rgere-Dich-Nicht und Memory gemeint, sondern die Sucht nach Gl\u00fccksspielen. Ausgenommen sind elektronische Spiele (Computer, Playstation, XBox, etc.), die eher in den Bereich der Computer- oder Internetsucht fallen. Das traditionelle Verst\u00e4ndnis von Spielsucht meint in jedem Fall das Gl\u00fccksspiel, bei dem es um reales Geld geht &#8211; und wo Betroffene meist ihr reales materielles Leben inkl. Haus, Hof, Auto und zuletzt auch Familie verspielen. Warum gibt es diese Sucht \u00fcberhaupt, wenn das Ergebnis zumeist so aussieht?<!--more--><\/p>\n<p>Die Antwort ist relativ einfach und wie in jeder Sucht: Weil es Nichts mit Vernunft oder rationalem Denken zu tun hat. Statt des rationalen Denkens tritt das magische Denken. Betroffene entwickeln Systeme, mit denen sie \u00fcberzeugt sind zu gewinnen. Dabei gibt es einige manipulative Techniken, die statistische Vorteile bringen, jedoch in den Casinos nat\u00fcrlich nicht erlaubt sind. Die meisten selbstentwickelten Systeme basieren jedoch auf keiner rationalen Grundlage. &#8222;Nun kam schon dreimal eine schwarze Zahl beim Roulette. Jetzt muss doch eine rote Zahl kommen.&#8220; &#8211; klingt irgendwie logisch, ist es jedoch nicht. Die Wahrscheinlichkeit, dass wieder eine rote Zahl kommt ist ebenso hoch, wie bei den vorherigen Runden: 48,6%. Und wer nun deshalb einen hohen Betrag auf Rot setzt und sein Gl\u00fccksschweinchen fest umarmt, wird dennoch bar finanzieller Mittel den Tisch verlassen.<\/p>\n<p>Wie erkennt man nun ob man spiels\u00fcchtig ist? Es gibt einige objektive Merkmale wie hohe finanzielle Verluste, sehr h\u00e4ufiges Spielen, Kontrollverlust (wenn man eine hohe Summe verliert, kann man dennoch nicht aufh\u00f6ren &#8211; subjektive Gr\u00fcnde sind zumeist, dass man sicher ist, dass man nun wieder Gl\u00fcck haben muss und die Verluste damit wieder ausgleichen kann), Unf\u00e4higkeit abstinent zu sein (sobald man das Gehalt hat, ist man auch schon wieder im Casino), Unf\u00e4higkeit Grenzen zu setzen bzw. einzuhalten, beispielsweise wie lange man im Casino ist und wie viel Geld man maximal verlieren darf und zuletzt nat\u00fcrlich das Anh\u00e4ufen hoher Schulden. Bei den Casinos und Banken, selbst bei den Verwandten und Bekannten wird versucht Geld zu leihen um es &#8211; danke der vermeintlichen Gewinne &#8211; wieder zur\u00fcckzahlen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Es gibt oft einen Punkt, an dem es nicht mehr um das Geld geht, sondern um den Nervenkitzel. Gewinnen oder verlieren, alles riskieren. Andere Aktivit\u00e4ten werden uninteressant. Kinoabend? Nichts im Vergleich zu einem Besuch im Casino. Meistens wird das dann geleugnet, man erfindet Geschichten um zu verbergen wo man gerade ist weil man sich sicher ist, dass die Anderen einen eh nicht verstehen.<\/p>\n<p>Wie ger\u00e4t man in diesen Sog? Es gibt drei grobe Phasen der Spielerkarriere: Positiver Anfang (kleinere Gewinne, vielleicht sogar ein gr\u00f6\u00dferer Gewinn), kritische Gew\u00f6hnungsphase (Versuch wieder zu gewinnen, Gewinn und Verlust wechseln sich ab, Verluste h\u00e4ufen sich), Suchtstadium (man muss spielen, Verzweiflung macht sich breit). Dazu kommen dann h\u00e4ufig Schuldgef\u00fchle, sp\u00e4ter Beschaffungskriminalit\u00e4t und irgendwann der Zusammenbruch oder sogar Suizidgedanken.<\/p>\n<p>Wie kommt man wieder heraus? Es gibt Ratgeber und Selbsthilfegruppen wie die Anonymen Spieler. Beratungsangebote und nicht zuletzt eine Psychotherapie um das Suchtverhalten auch nachhaltig in den Griff zu bekommen. In schweren F\u00e4llen gibt es auch die M\u00f6glichkeit einer station\u00e4ren Therapie. In der Therapie werden die ausl\u00f6senden Faktoren betrachtet, unbewusste Einfl\u00fcsse aufzudecken und versucht Gedankenmuster und damit verbunden auch Handlungsmuster nachhaltig zu ver\u00e4ndern. In manchen F\u00e4llen ist auch eine negative Beziehungsdynamik die Ursache der Spielsucht und kann mit einer erg\u00e4nzenden Paar- oder Familientherapie behandelt werden.<\/p>\n<p>Quelle: Mayer, G. &#038; Bachmann, M. (2011). Spielsucht. Ursachen, Therapie und Pr\u00e4vention von gl\u00fccksspielbezogenem Suchtverhalten (3. Auflage). Berlin, Heidelberg: Springer Verlag.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn man von Spielsucht schreibt, meint man in der Regel jene Krankheit, die sich hinter dem eher sperrigen Begriff &#8222;pathologisches Spielen&#8220; verbirgt. Damit ist in der Regel jedoch nicht die Sucht nach Mensch-\u00c4rgere-Dich-Nicht und Memory gemeint, sondern die Sucht nach Gl\u00fccksspielen. 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